Facettenkreuz Evangelische Kirchengemeinde Pelkum
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Die Jakobuskirche



  Gebäude     Geschichte     Ausstattung  



< Zum Gebäude >

Jakobuskirche
" Die Kirche ist eine einschiffige Anlage aus drei verschiedenen Bauzeiten. Sie setzt sich zusammen aus einem quadratischen Gemeindesaal, einem eingezogenen Chor mit querrechteckigem Vorjoch und 5/8-Schluß sowie einem W e s t t u r m.
Letzterer stammt noch von einer romanischen Kirche und ist in lagerhaftem Bruchsteinmauerwerk ausgeführt. Er liegt vor der Mitte des Saales und wird an beiden Seiten von einem schmalen eingeschossigen Nebenraum mit Pultdach begleitet. Im südlichen Nebenraum liegt heute die Treppe zur Empore und der getrennte Aufgang zu den oberen Turmgeschossen. Der nördliche dient jetzt als Abstellraum. Er öffnete sich ursprünglich in ganzer Höhe mit einem Rundbogen sowohl gegen die Turmhalle als auch gegen das Kirchenschiff. Heute sind die Öffnungen mit Ziegelmauerwerk geschlossen. Licht erhält dieser Nebenraum durch ein kleines, außen später in eckige Form gebrachtes Rundbogenfenster in der Nordmauer. Zwischen südlichem Nebenraum und Turmhalle besteht ebenfalls eine Ziegelwand, es fehlen aber die Anzeichen eines Verbindungsbogens zur Turmhalle.
Das Bruchsteinmauerwerk des Turmes setzt vielmehr horizontal auf der Ziegelausmauerung an. Wenn ein Verbindungsbogen zum Schiff bestanden hat, so ist dieser bei Anlage der neuen Emporentreppe beseitigt worden.
Das Glockengeschoß des Turmes öffnet sich nach allen Seiten in einem Rundbogenfenster. Das darunter liegende Geschoß besitzt in der Nord- und Südwand ein Schlitzfenster, darunter in der Südwand ein weiteres. Der Turm schließt oben ab mit einem Dachgesims aus einem Viertelstab, darüber folgt der Pyramidenhelm mit Eisenkreuz und Wetterhahn. Das spitzbogige Westportal, die Flachdecke der Turmhalle und der Durchbruch zum Schiff sind neu gestaltet. Zum Jahre 1815 wird eine Restaurierung des Turmes gemeldet, bei der wahrscheinlich die Eisenanker zur Sicherung des Mauerwerks eingezogen worden sind. 1950 wurde der durch Artilleriebeschuß zerstörte Helm erneuert. "
1.)

1.) Auszug aus :
      Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen.
      Band 47: Kreis Unna
      bearbeitet von Hans Thümmler
      Münster 1959, S. 378 ff:

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< Zur Geschichte >


DIE JACOBUSKIRCHE AM ALTEN GERICHTSPLATZ
aus dem Pelkumer Kirchenkalender 1984

Alter KirchplatzSeit 1147 gab es in Pelkum eine Kapelle, die zum Schulzenhof gehörte und im übrigen zur Mutterkirche St. Victor in Herringen. Hof und Kapelle gehörten seit 1003 zur Abtei Deutz. Ferdinand Brandenburg und Claus Peter haben darüber berichtet.
Viel weiter in die geschichtliche Überlieferung zurück, als es Jahreszahlen vermögen, weisen aber Erkenntnisse und Kenntnisse aus der historischen Forschung, besonders in Sachen Orts- und Flurnamengeschichte. Wir können den Platz, auf dem die Pelkumer Kirche steht, nicht aktenmäßig belegen, aber er hatte einen besonderen Rang, und er sollte ihn ausdrücklich haben!
Das Oval des Kirchplatzes, heute durch einen Holzzaun (früher ein Eisengitter) markiert, verweist auf den Grundplan eines (richtig runden) Kreises, wie er nach, ältester, bis in die vorchristliche Zeit zurückreichender gesicherter Überlieferung eine Kult- und Gerichtsstätte einfriedigte. Früher waren auch die Wohnhaüser um den Kirchplatz auf den runden Platz hin gebaut. Davon gibt ein letztes und besonders schönes Zeugnis, das Haus mit der Hausnummer 14. Aus der schmalen Front des Fachwerkhauses weitet und breitet es sich nach rückwärts.
Gern und missionarisch klug hat die christliche Kirche ihre Gotteshäuser auf Plätze gesetzt, die bereits Rang und feste Tradition hatten: die runden, umhegten Kult- und Gerichtsstätten. Und daher stimmt auch der Name der Kirche. Er bezieht sich auf den mit dem Zirkel gezogenen Kreis, auf den - nicht mißzuverstehenden - circus.
Kreis und Kreuz als uraltes (indoarisches) Sinnbild für Recht und Freiheit und Frömmigkeit bestimmen die Kirche, plattdeutsch: de Kerk. An diesem Ort, dem ehemaligen Thie- oder Thingplatz, wurden die christlichen Kirchen errichtet. Darum hat das "Dorfbuch Pelkum" 1950 auf seinem Umschlag das altüberlieferte und in seinem Sinngehalt erneuerte Kreuz im Kreis zusammen mit dem Pelikansiegel gezeigt. Der runde Begräbnisplatz um die Kirche hieß folgerichtig Kirch-Hof. Erst 1843 gab es einen (nicht mehr kreisrunden) Friedhof.
Ob genau an diesem Platz das Pelkumer Hofesgericht getagt hat, ist nicht festzustellen. Aber die Tradition in der Nähe des Schulzenhofes trägt.
Im alten Pelkumer Dorfbereich gibt es noch ein weiteres Stück eben dieser Überlieferung. Ferdinand Brandenburg hat darüber berichtet: das "Kirchspiel" Pelkum bezeugt den zweiten Strang der Dorfgeschichte. Hier war der umhegte, respektierte Platz einer Kultstätte mit einem Gericht höheren Ranges als das Hofesgericht: Der Kerk-Ring als Platz für das "Spel" (englisch: to spell), das feierliche Sprechen und Verkünden.
Wenn es die meisten Beteiligten auch nicht mehr wissen: in der Organisationsbezeichnung "Kirchenkreis" steckt noch ein interessantes Sinnstück ältester Kirchengeschichte.

Dr. Friedhelm Kaiser



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< Zur Ausstattung >


Die einst mittelalterliche Ausstattung der Kirche ist, bedingt durch die damalige Einstellung der reformierten Gemeinden zur Kirchengestaltung, bis auf die Glocke von 1404 verloren.

>>  Chorfoto von Andreas Rother

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Blick in den Chorraum.
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Aus Anlass des Lutherjubiläums erfolgte 1883/84 eine völlige Neuverglasung aller Fenster, mit Ausnahme des damals noch zugemauerten Ostfensters. Das Maßwerk wurde erneuert und die Scheiben im Teppichmuster eingesetzt.

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1903 wurde das mittlere Chorfenster wieder geöffnet und die noch erhaltenen Scheiben mit der Kreuzigungsgruppe eingesetzt.

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Das südliche Chorfenster wurde 1928 neu verglast. Es ist eine Stiftung der Pelkumer Frauenhilfe zum Gedächtnis an die Gefallenen des 1. Weltkrieges.


Die Orgel der Jakobuskirche wurde 1960 von der Firma Kleucker aus Brackwede aufgebaut. Gewählt wurde eine Schleifladenorgel mit mechanischer Traktur. 1974 und 1992 wurden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Doch bereits 2002 wurde aufgrund von Bergsenkungsschäden eine erneute Sanierung erforderlich. Ergänzt durch das neue Register "Prinzipal 8" konnte die Orgel Anfang 2003 wieder gespielt werden.

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Die Orgel verfügt über 874 Orgelpfeifen, davon im: 1. Manual:
   4 Normalregister mit je 56 Pfeifen
   1 Register Mixtur 5f mit 280 Pfeifen
2. Manual:
   3 Normalregister mit je 56 Pfeifen
   1 Register 2f mit 112 Pfeifen

Bass:
   3 Normalregister mit je 30 Pfeifen

Foto Zum Geläute der Jakobuskirche gehören heute 3 Glocken:
  • Die große (Toten-) Glocke von 1955
    Petit & Gebr. Edelbrock
    Ton: g´-2
    Gewicht: 550 kg
  • Die mittlere Glocke von 1404
    Mester Eilerd/Everd,
    Ton: b`+2
    Gewicht: 475 kg


  • Die kleine Glocke von 1955
    Petit & Gebr. Edelbrock
    Ton: c"±0
    Gewicht: 250 kg
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Foto Die lateinische Inschrift der historischen mittleren Glocke lautet "Zu Ehren des hl. Jacobus (und d.) hl. Katharina.Osanna. Im Jahre des Herrn 1404, am Tage des Märthyrers Vitus".

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© by Karl-Heinz Konopka-Wedekind